Was sind die wichtigsten Fähigkeiten eines Projektmanagers?

 

Im Interview mit HQLabs spricht Dr. Roland Ottmann über erfolgreiches Projektmanagement, seine Tätigkeit bei der IAPM und klärt die spannende Frage, was Projektmanagement mit Philosophie zu tun hat.

Dr. Roland Ottmann arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Projektmanager sowie als Berater und Trainer für diesen Bereich. Als Geschäftsführer der Ottmann & Partner GmbH trainiert er Unternehmen bei wichtigen Fragen des Projektmanagements. Seit Juli diesen Jahres ist er zudem Vizepräsident der International Association of Project Managers (IAPM) und setzt sich dort für die Förderung von Projektmanagern ein.
Im Dialog mit HQLabs spricht der Experte über wichtige Eigenschaften eines Projektmanagers, seiner Tätigkeit bei der IAPM und darüber, was Projektmanagement mit Philosophie zu tun hat.

 

Die wichtigsten Eigenschaften eines Projektmanagers: Kommunikationsfähigkeit im interkulturellen Umfeld

 

Auf die Frage nach den wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Projektmanagers antwortet Ottmann entschlossen: „Kommunikationsfähigkeit im interkulturellen Umfeld“. Der Experte betont, dass in Projekten nicht selten zwei bis drei Kulturkreise aufeinander treffen. Da jedes Land anders ist und die jeweiligen Gepflogenheiten berücksichtigt werden müssen, habe sich interkulturelle Kompetenz zu einer Kerneigenschaft im Projektmanagement entwickelt.
Ebenso wichtig sei nach Ottmann die Kommunikationsfähigkeit eines Projektmanagers.

[blockquote]„Am Ende des Tages müssen die Stakeholder abgeholt werden und äußert komplexe Sachverhalte gelöst werden“, erklärt Ottmann, „diese Aufgabe können Projektmanager nur über Kommunikation lösen“.[/blockquote]

 

IAPM – Ein Ansatz für alle Länder

 

Seit Anfang Juli 2015 ist Dr. Roland Ottmann Vizepräsident der IAPM. Als Delegierter engagiert er sich seit dem 31. Juli 2015 auch für die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM). Seine Tätigkeit in den Fachverbänden nutze er, um sich weiter zu bilden, so Ottmann. Bei der Vorbereitung auf Vorlesungen und Facharbeiten, beschäftige er sich intensiv mit wichtigen sowie aktuellen Themen des Projektmanagements.

[blockquote]Die IAPM als Organisation schätzt er vor allem aufgrund des universellen Qualifizierungsansatzes. „Die IAPM bietet einen Ansatz, der in jedem Land gleich ist“, erklärt Ottmann im Gespräch mit HQLabs. [/blockquote]

Die Qualifizierung zum Projektmanager weicht bei anderen Organisationen in jedem Land ab, bereits in Österreich oder der Schweiz greife eine andere Zertifizierung als in Deutschland. „Als Trainer muss ich mich immer daran anpassen, das ist eine extreme Zusatzlast“, verdeutlicht Dr. Roland Ottmann den Sachverhalt.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den die IAPM erkannt habe, sei der interkulturelle Kontext. Während andere Organisationen die internationale Projektarbeit noch außen vor lassen, findet dieser Aspekt bei der IAPM bereits große Berücksichtigung. So richte sich die Zertifizierungsgebühr beispielsweise nach dem BIP des jeweiligen Landes.

 

Was hat Projektmanagement mit Philosophie zu tun?

 

Als Autor zahlreicher Fachbücher hat sich Ottmann bereits mit verschiedenen Aspekten des Projektmanagements beschäftigt. In seiner aktuellen Publikation „Der Projektmanager und Fräulein Sophie“ lässt er große Philosophen zu Wort kommen und stellt soziale Themen, wie Krisenmanagement oder Konfliktbewältigung, in den Vordergrund. „In dem Buch finden Sie keine durchgängigen Stories, es ist eine Sammlung von Essays“, beschreibt Ottmann sein aktuelles Werk. Über die Jahre habe er während seiner Arbeit im Projekt und nach Workshops Tagebucheinträge verfasst und seine Gedanken festgehalten. Über die Jahre seien so über 30 Tagebücher entstanden. Bei dem Versuch die Inhalte der Bücher in Themengebieten zusammen zu fassen, sei die Idee entstanden, seine Gedanken zum Projektmanagement mit der Philosophie zu verbinden.
Ottmann lässt in seinem Werk bekannte Philosophen und gewitzte Menschen persönlich in Erscheinung treten und zu einem bestimmten Thema, z.B. Qualitätsmanagement, sprechen. Am Ende jedes Kapitels erfährt der Leser auch etwas zu den jeweiligen Philosophen. Angelehnt an den Beststeller „Sophies Welt“, liest sich sein Buch nicht als eine große Geschichte, sondern regt dazu an, inne zu halten und unterschiedliche Themen zu überdenken.

 


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