Liquiditätsplanung – So erstellst du einen sinnvollen Liquiditätsplan

Obwohl Aufträge reinkommen und das Unternehmen Gewinne erzielt, kann es vorkommen, dass Zahlungen nicht fristgerecht beglichen werden können. Was auf den ersten Blick nicht so dramatisch erscheint, kann zu Folgekosten, wie beispielsweise Mahngebühren führen, zieht Verzugszinsen nach sich und führt – im schlimmsten Fall – zur Insolvenz.

Damit erst gar keine Zahlungsunfähigkeit aufkommt und immer ausreichend Geldmittel zur Verfügung stehen, sollte jedes Unternehmen (egal welcher Größe) einen Liquiditätsplan erstellen. Ein Liquiditätsplan kann ganz einfach mit Excel erstellt werden, trotzdem wird er von Gründern oft vernachlässigt. Und das, obwohl eine mangelnde Liquidität zu den häufigsten Insolvenzursachen von Unternehmen gehört.

In deinem Beitrag erklären wir, warum eine Liquiditätsplanung so wichtig für ein Unternehmen ist, gehen auf den schematischen Aufbau eines Liquiditätsplans ein und zeigen, wie man ganz einfache eine eigene Liquiditätsplanung aufstellen kann. Die passende Excelvorlage zum kostenlosen Download liefern wir gleich mit!

 

Was ist Liquidität und warum ist eine Liquiditätsplanung so wichtig?

Liquide sein, d.h. genügend Zahlungsmittel zur Verfügung haben, um fällige Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Liquiditätsplan soll diese Liquidität sicherstellen. Denn obwohl ein Unternehmen Gewinne erzielt und die Auftragslage ganz gut aussieht, kann es vorkommen, dass fällige Zahlungen nicht rechtzeitig beglichen werden können. Zu viele unbezahlte Kundenrechnungen könnten beispielsweise die Liquidität gefährden. Damit trifft der Plan eine elementare Aussauge und kann als Controlling-Tool zur Risikoeinschätzung verstanden werden. Denn nur, wenn die Illiquidität rechtzeitig erkannt wird, kann gegensteuert werden.

 

Ist mein Unternehmen mit allen Geldzu- und abflüssen langfristig zahlungsfähig?

 

Im Fokus eines Liquiditätsplans steht nicht die Art der Ein- und Ausgaben oder wie sich diese im Detail aufgliedern, stattdessen steht der genaue Zeitpunkt der fälligen Zahlungen und Zahlungseingänge im Zentrum des Plans. Diese Zeiträume der Einnahmen und Aufgaben sollten bei der Erstellung genausten berücksichtigt werden.

Wie weit und detailliert ein Liquidiätsplan in die Zukunft planen sollte, kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Eine Firma mit hohen Tagessätzen würde z.B. eher eine tägliche oder wöchentliche Planung erstellen. Für Freiberufler und kleine Unternehmen kann eine monatliche Liquiditätsplanung ausreichen. In der Regel sollte der Plan mindestens sechs, bestenfalls 12 Monate in der Zukunft umfassen.

 

Wie ist ein Liquiditätsplan aufgebaut?

Im ersten Schritt der Liquiditätsplanung sollte der Anfangsbestand der liquiden Mittel erfasst werden. Dabei werden alle Bank- und Kassenbestände erfasst.

Darüber hinaus umfasst der Liquiditätsplan alle Zahlungseingänge und Ausgänge, also ähnlich wie bei einem klassischen Gewinn- und Verlustplan (GuV). Im Gegensatz zum GuV werden zusätzlich alle Termine und Laufzeiten einbezogen. Abschreibungen und Rückstellungen werden nicht berücksichtigt, Kredite und Anlagenkäufe werden im Gegensatz zum GuV mit einbezogen.

 

„Die Liquiditätsplanung erfasst alle Zahlungsströme eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.“ Lexikon Gründerszene

 

Da bei einem Liquiditätsplan immer zukünftige Perioden betrachtet werden, ist es nicht immer ganz einfach genaue Voraussagen zu treffen. Zum Teil werden daher Prognosen und Schätzungen, z.B. beim Umsatz oder den Energiekosten, verwendet. Als Grundlage für die Vorhersagen können die vorigen Zahlungsperioden dienen.

Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass nicht alle Kundenrechnungen fristgerecht beglichen werden. Während einige Kunden ihre Rechnung bereits nach 14 Tagen begleichen, kann es bei anderen Kunden 30 Tage oder länger dauern, bis das Geld tatsächlich auf dem Konto ist. Um Unsicherheiten vorzubeugen, sollte man Reservefristen einkalkulieren.

Zahlungen, wie fällige Raten für Kredite oder die Miete kann man wiederum sehr genau im Liquiditätsplan berücksichtigen. Diese Zahlungen sollten auf keinen Fall nach hinten verschoben werden.

 

Der Liquiditätsplan als Alarmsignal

Aus allen Zu- und Abflüssen wird im Liquiditätsplan automatisch der Kontostand der jeweiligen Periode ermittelt. Ist diese kumulative Liquidität am Ende des Monats oder Quartals negativ, sollten alle Alarmglocken läuten! In solchen Krisenzeiten kann es hilfreich sein, wenn eine wochengenaue (teils sogar auf den Tag genaue) Liquiditätsplanung erstellt wird.

 

Typischer Aufbau eines Liquiditätsplans

Anfangsbestand aller liquider Mittel (Kasse & Bank)

+ alle Einzahlungen innerhalb einer Periode (z.B. alle Ausgangsrechnungen)

= verfügbare Mittel

– alle Auszahlungen innerhalb einer Periode (Miete, Energiekosten Kredite, Gehälter usw.)

= Liquidität kumulativ

  

So sicherst du langfristig deine Liquidität

Dank der Liquiditätsplanung sieht man schon frühzeitig, dass es in Zukunft zu Engpässen kommen könnte. In solchen kritischen Situationen sollten rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diverse Optionen kommen in Betracht:

 

  • die Aufnahme eines neuen Kredits
  • die Inanspruchnahme eines Überziehungskredites
  • Verhandlungen mit der Bank, um die Raten für laufende Kredite zu senken
  • Verhandlungen mit Gläubigern, um Zahlungsziele neu zu verhandeln
  • Skontomöglichkeiten prüfen
  • Aufschieben von Investitionen, wenn diese nicht unbedingt notwendig sind
  • Eintreiben von Forderungen (Mahnwesen)
  • Verkauf von Anlagevermögen
  • Detaillierte Überprüfung aller Ausgaben (z.B. Versicherungen, die nicht unbedingt notwendig sind)
  • Unterhaltungskosten reduzieren (Büro und Lagerraum zusammenlegen, Strom und Telefonanbieter vergleichen und evtl. Einsparungen prüfen)
  • Partner bzw. Investoren finden

 

Liquiditätsplanung im HQ und kostenloser Liquiditätsplan zum Download

Für Gründer und Selbstständige kann es anfangs sehr schwierig erscheinen, einen soliden Liquiditätsplan zu erstellen. Dabei ist dies bei der Erstellung eines Businessplans noch mitunter die einfachste Übung. Voraussetzung ist, wie bereits erwähnt, die GuV.

 

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Aus dem HQ kannst du alle Posten der Liquiditätsplanung (bis auf wiederkehrende Kosten, wie z.B. die Miete und fällige Kredite) exportieren. Dazu kannst du einfach alle Projektkosten (Eingans- und Ausgangsrechnungen) im Excel-Format downloaden. In unserer kostenlosen Vorlage werden diese Posten automatisch im Liquiditätsplan berücksichtigt.

In unserer kostenlosen Excelvorlage haben wir Daten aus dem HQ beispielhaft berücksichtigt. Solltest du Fragen dazu haben, wie du deine HQ-Daten gezielt in den Plan importieren kannst, melde dich gerne bei uns.

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