“Nur das, was gerade wichtig und geschäftlich relevant ist, sichert die Profitabilität.”

arrow_downward

Leankoala hat es sich zum Auftrag gemacht, die Effizienz in Agenturen zu sichern. Was Web-Testing damit zu tun hat, welche besonderen Herausforderungen in Agenturen zum Tragen kommen und welche Themen das Agenturbusiness in den kommenden Jahren beschäftigen könnten, darüber sprechen wir heute im Interview mit dem Gründerduo Stefanie und Nils.

 

Liebe Stefanie, lieber Nils, vielen Dank, dass ihr euch spontan Zeit für das Interview genommen habt. Vielleicht stellt ihr euch selbst erst einmal kurz vor: Was ist die Idee hinter Leankoala?

Danke für Eure Zeit, mit uns über das Thema Effizienz in Agenturen zu plaudern. Die Idee hinter Leankoala ist ganz einfach “Rethink Web Testing”. Damit meinen wir, dass zum Einen ein Umdenken statt finden muss, was die Qualitätssicherung digitaler Projekte angeht und zum anderen haben wir eine Software-as-a-Service entwickelt, die eben dieses Umdenken in Technologie übersetzt und die Aufwände im Functional Testing und Monitoring um bis zu 80% reduziert. Konkret heißt das, dass Entwicklungsteams dank Leankoala mehr Zeit haben, um an Innovationen und den Produkten zu arbeiten.

Die Vision zu Lean Testing ist in unseren früheren Berufsleben im Business Development und in der Qualitätssicherung bei großen Digitalunternehmen und Verlagshäusern gereift. Mit dem Produkt Leankoala haben wir dann unsere Idee in das für uns beste Produkt gegossen und uns dann vor gut einem Jahr entschlossen, damit eigenständig an den Markt zu gehen.

 

Warum eignet sich euer Modell besonders gut für Agenturen? Oder anders gefragt, was sind die besonderen Anforderungen, die Agenturen eurer Meinung nach mitbringen?

In Agenturen muss es ja immer besonders schnell gehen und darf auch mal gerne nichts oder nur wenig kosten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Kunden, was die Qualität der Projekte angeht. Und besonders im Kampagnengeschäft ist die Toleranz für Ausfälle von Webseiten gering. Dazu kommt auch noch der Mangel an Fachkräften, besonders in der Web Entwicklung. Das führt dazu, dass oft gar nicht oder nur sehr ineffizient getestet wird und die Frustration auf allen Seiten groß ist.

Der Kunde beschwert sich über Timings und Kosten, die Teams sind überlastet und demotiviert und die Agenturchefs unglücklich über die Profitabilität ihrer Projekte. Wir lösen mit Leankoala also zentrale Herausforderungen im Agenturgeschäft, indem wir den Spagat zwischen Budget, Timings und Qualitätsanforderungen lockern.

“In Agenturen muss es ja immer besonders schnell gehen und darf auch mal gerne nichts oder nur wenig kosten.”

 

Auf eurem Blog habe ich gelesen, dass ihr Qualitätsmanagement für digitale Geschäftsmodelle als essentiell erachtet. Warum ist das vor allem im Digitalen so wichtig? Welche neuen Faktoren bringt die Digitalisierung mit, die vorher noch nicht da waren?

Qualitätsmanagement war und ist auch in der analogen Welt ein riesiges und essentielles Thema. Nur werden entweder alte Modelle in die digitale Welt getragen oder die Qualitätssicherung wird komplett vernachlässigt.

Ein fehlendes Qualitätsmanagement bedeutet auch in digitalen Geschäftsmodellen sinkende Umsätze – durch fehlende Werbeeinnahmen, abgebrochene Conversions oder frustrierende Nutzererlebnisse. All das wird schon durch den Ausfall von einzelnen Komponenten auf einer Webseite verursacht. Daher wird entweder manisch-panisch alles getestet, was potentiell kaputt gehen kann oder man setzt notgedrungen auf volles Risiko. Heute sind es besonders die Kürze der Entwicklungszyklen sowie die Komplexität von Webseiten entscheidend für den Bedarf an Lösungen wie Leankoala.

 

Wie sieht denn Qualitätsmanagement in Agenturen am effizientesten aus? Worauf sollten Agenturen hier achten?

Auch hier steht vor dem Einsatz von Technologie das Mindset: Will ich alles testen oder den Projekterfolg absichern? Gerade in Deutschland bekommt man ja auch in Agenturen immer noch ein “Bienchen” für’s Nichts-Falsch-Machen und Auf-Nummer-Sicher-Gehen. Dass dann Projekte unfassbar unprofitabel oder viel zu langsam an den Markt gehen, scheint dann zweitrangig.

Wir bzw. das Tool fragen uns: Was sollte nicht kaputt sein für den Erfolg des Projektes? Was sieht der User auf der Seite, wenn das kaputt geht?

Statt also alle möglichen Ursachen für das Verschwinden des Menüs auf der Startseite in Teststrecken zu simulieren, schaut Leankoala einfach regelmäßig, ob denn das Menü vorhanden ist. Das ist nur ein Beispiel von über hundert Elementen, die wir automatisch erkennen. Wenn ja, alles super. Wenn nicht, gibt es einen Alert per Email, Webhook oder Slack. Die relevanten Fehler finden wir so schneller.

Kurzum heißt effizientes Qualitätsmanagement in Agenturen: Mit leichterem Gepäck ins Rennen zu gehen, aber dennoch alles Überlebenswichtige dabei zu haben.

 

Effizienz wird in Agenturen zunehmend wichtiger – das hört und liest man immer wieder. Was würdet ihr sagen, ist das A&O, um als Agentur auch in Zukunft einen effizienten Geschäftsablauf sicherstellen zu können?

Wir beschreiben Leankoala auch gerne als “Pragmatismus als Technologie”. Wir sind davon überzeugt, dass nur ein radikaler Fokus auf das, was gerade wichtig und vor allem geschäftlich relevant ist, effiziente Abläufe und damit Profitabilität sichert. Und das muss nicht immer nur der kurzfristige Umsatz sein. Kulturelle, organisatorische Belange, strategische Überlegungen oder langfristige Innovationsprojekte sind davon keinesfalls ausgeschlossen.

Wir packen uns intern auch ständig an der eigenen Nase, ob wir das auch für uns als Organisation und Produkt umsetzen. Wir sind eines der Tools, die dann in der Umsetzung zum Einsatz kommen. Aber ohne die entsprechenden Arbeitsprinzipien, Einstellungen oder Unternehmenskultur sind auch die innovativsten Tools nutzlos. Und auch Koalas prokrastinieren, das ist zwar biologisch noch nicht erforscht, aber aus eigener Erfahrung sind wir da ganz sicher. Aber wir teilen alle dasselbe Verständnis, wie wir arbeiten wollen und das ist auch für Agenturen essentiell.

“Wir sind davon überzeugt, dass nur ein radikaler Fokus auf das, was gerade wichtig und vor allem geschäftlich relevant ist, effiziente Abläufe und damit Profitabilität sichert.”

 

Ihr habt oft mit Agenturen zu tun und kennt die Branche recht gut. Was ist euer Eindruck in Bezug auf die Diskussion Full Service vs. Spezialagentur? Sterben Full Service Agenturen aus?

Mit der Frage sind wir in der Zusammenarbeit weniger häufig konfrontiert, da wir mit allen Agenturen zusammen arbeiten, die Webseiten bauen. Damit also mit fast allen. Der Anwendungsfall und die Anforderungen an uns sind nur jeweils anders bei Full-Service und Spezialagenturen. Die Agenturerfahrung unseres Teams sagt uns allerdings, dass Full Service Agenturen nicht aussterben werden, sich aber stärker in der ganzheitlichen Beratung ausrichten werden müssen, während sich Spezialagenturen noch weiter in vor allem kreativen oder technischen Nischen spezialisieren werden.

“Die Agenturerfahrung unseres Teams sagt uns allerdings, dass Full Service Agenturen nicht aussterben werden, sich aber stärker in der ganzheitlichen Beratung ausrichten werden müssen.”

 

Ebenso interessant ist für uns die Frage nach der Zeiterfassung in Agenturen. Habt ihr den Eindruck, dass Zeiterfassung ein großes Thema in Agenturen ist? Wie ist eure persönliche Meinung zu dem Themenfeld, erfasst ihr alle Arbeitszeiten?

Als Startup, das Pragmatismus und Vertrauen zum obersten Organisationsprinzip erhoben hat, erfassen wir unsere Arbeitszeiten nicht. Jedes Teammitglied teilt sich seine Zeiten und Ressourcen selbst ein und wir besprechen im Team, wie viel wir in unseren Sprints schaffen können. Wir sind als erfahrenes und selbstorganisiertes Team sicherlich nicht vergleichbar mit Agenturen und auch wir lernen täglich an unseren Herausforderungen. In Agenturen ist das Thema Profitabilität von Projekten überlebenswichtig und dazu gehört auch die Erfassung von Zeiten. Aber es gibt wahrscheinlich weder in Konzernen noch in Agenturen Mitarbeiter, die nicht beim Wort Zeiterfassung mit den Augen rollen und in Schimpftiraden verfallen.

“Unserer Meinung nach werden Themen wie Automatisierung, Transparenz und Kreativität an Bedeutung gewinnen.”

 

Ihr habt jetzt schon ein paar Mal in irgendeiner Form von Digitalisierung gesprochen. Darum möchte ich euch abschließend um einen konkreten Blick in die Zukunft der Agenturbranche bitten. Was glaubt ihr: Was sind die wichtigsten Themen im nächsten Jahr? Oder vielleicht in den nächsten zehn Jahren?

Also als besonders agil ausgerichtetes Produkt und Unternehmen stellen wir solche Prognosen ja kaum noch an, das sind doch Management-Relikte aus dem letzten Jahrzehnt, wenn nicht sogar Jahrtausend. 🙂

Unserer Meinung nach werden aber Themen wie Automatisierung, Transparenz und Kreativität an Bedeutung gewinnen. Welche Prozesse kann ich bestmöglich automatisieren und wie investiere ich die dadurch frei werdenden Ressourcen in meine eigene Zukunftsfähigkeit? Wie kann ich sowohl intern als auch mit den Kunden die neuen Möglichkeiten als auch Anforderungen an Transparenz für eine neue Form der Zusammenarbeit in der Agentur nutzen? Und wie kann ich die Wertschöpfung und Wertschätzung durch Kreativität – aber auch Beratung – im Zeitalter von AI, Bots und Content Überfluss aufrecht erhalten oder neu definieren?

 

Über Leankoala

Hochqualitative Webanwendungen sind der Wunsch jedes Kunden. Gleichzeitig sollen die Seiten preiswert und schnell realisiert werden. Mit dem “Lean Testing”-Ansatz hat Leankoala eine Test-Methode etabliert, die sowohl effizient als auch kostengünstig ist – das perfekte Werkzeug für Agenturen.

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken


Die GlasQgel abonnieren

mail

 

Es gibt bisher einen Kommentar

  • Wie arbeitet ein dezentrales Teams? Ein Teaminterview über Remote Work

    […] Gründerduo von Leankoala stand uns bereits für ein ausführliches Interview zur Verfügung. Heute meldet sich das gesamte Team zu Wort und spricht mit uns über die Vorteile […]

    Reply

Schreibe einen Kommentar!

Your email address will not be published. Required fields are marked *

comment
face
mail
place