„Aus meiner Sicht gibt es viele Vor- und auch Nachteile am remote Arbeiten“

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Kann man im Sales und gleichzeitig remote arbeiten? Wie führt man etliche Kundentelefonate und Webdemos durch, wenn man weit weg vom Office in einer fremden Stadt ist? Wo genau arbeitet man dann eigentlich und wie funktioniert die Abstimmung mit dem Sales-Team, dass im heimischen Büro dem Daily Business nachgeht?

Unser Head of Sales Jonas kann genau diese Fragen beantworten. Bevor er sein MBA-Programm in Madrid startete, hat er von dort aus noch einige Zeit für das HQ Sales-Team gearbeitet.

Jonas, erzähl doch mal! Wer bist du und was machst du bei HQ?

Ich bin Jonas. Ich arbeite seit über fünf Jahren bei HQ. Angefangen habe ich als Werkstudent während meines BWL-Studiums in Hamburg. Nachdem ich meine BA bei HQ geschrieben habe, habe ich dann angefangen Vollzeit im Sales zu arbeiten. Seit April 2017 leite ich das Sales-Team als Head of Sales.

 

Wo bist du denn im Moment überhaupt?

Um mich persönlich noch einmal auf eine andere Weise weiter zu entwickeln habe ich mich entschieden ab September meinen MBA in Madrid zu machen. Teil des MBAs ist ein vorbereitender Spanischkurs, der über den ganzen August hinweg läuft. Aus diesem Grund bin ich schon Ende Juli, nach einem Hiking-Urlaub in den spanischen Pyrenäen, nach Madrid gezogen.

 

Wie sieht im Moment dein typischer Tagesablauf aus?

Zurzeit wohne ich in einem Übergangsapartment. So kann ich mich in Ruhe nach einem permanenten Apartment für das Studium umsehen und diese auch direkt besichtigen. Mein Tag beginnt mit einem kurzen Workout. Anschließend arbeite ich von meinem Apartment aus. Hier habe ich viel Ruhe, sodass ich Telefonate und Websessions durchführen kann. Von 12 bis 14:30 Uhr habe ich dann meinen Spanischkurs. Anschließend geht es mit den zukünftigen Kommilitonen zu einem kurzen Mittagessen. Danach beginnt meine zweite Arbeitssession. Hier suche ich mir entweder ein nettes Café, gehe zurück in mein Apartment oder arbeite in den Räumlichkeiten der Universität. Später am Abend treffe ich mich dann häufig nochmal mit meinen Kommilitonen zum Tapas essen.

 

“Zwischendurch” nimmt Jonas an Spanischkursen teil

 

Was würdest du sagen, ist der größte Unterschied zur normalen Arbeit im Office?

Der größte Unterschied zu Hamburg ist definitiv die Temperatur in Madrid. Hier erreichen wir täglich über 37 Grad. Aber vom Arbeitsalltag her besteht der größte Unterschied für mich darin, dass ich nicht face-to-face mit meinen Kollegen sprechen kann. Doch dank Tools, wie Slack fürs Chatten und Zoom für Online-Meetings, lässt sich die räumliche Distanz sehr einfach überbrücken. Ich nehme an allen Terminen einfach via Videokonferenz teil und schnellere Abstimmungen werden im Chat abgesprochen.

 

Neben Slack und Zoom, welche Tools unterstützen dich dabei?

Slack und Zoom sind (fast) unersetzlich. Da ich sehr viel mit Kunden in Kontakt stehe, schreibe ich außerdem viele E-Mails.

 

Die Arbeit in hippen Cafés eignet sich nicht immer. Telefonieren und Web-Session aus dem Hipster-Café? Das klappt eher nicht so gut…

 

Was ist deiner Meinung nach der größte Vorteil am remote arbeiten?

Aus meiner Sicht gibt es viele Vor- und auch Nachteile am remote arbeiten. Ich persönlich würde, wenn immer ich die Chance hätte, auch immer ins Büro gehen. So habe ich in Hamburg eigentlich nie aus dem Homeoffice gearbeitet. Ich bin sehr gerne im direkten Austausch mit meinen Kollegen und kann mich meistens auch besser auf die Arbeit konzentrieren, wenn ich im Büro sitze. Aber gerade in meiner aktuellen Situation überwiegen natürlich die Vorteile von Remote Work. Ich habe die Möglichkeit, meinen zukünftigen Wohnort zu erkunden, kann am Spanischkurs teilnehmen und meine zukünftigen Kommilitonen kennenlernen. Ich bin sehr dankbar, dass sowohl die Technologie, als auch die Organisation von HQLabs es zulassen, dass ich einfach aus Spanien abreiten kann.

 

Welchen Herausforderungen – speziell im Sales-Prozess – bist du schon begegnet?

Die einzige Herausforderung für das remote arbeiten in einer Sales-Funktion ist es, einen ruhigen Platz mit gutem Internet zu finden. Ich habe am ersten Tag versucht, mich einfach den ganzen Tag (bis auf die zwei Stunden Spanischkurs) in ein Café zu setzen (Inspired by many Instagram-Stories…). Allerdings habe ich sehr schnell gemerkt, dass die Umgebungsgeräusche es einfach nicht zulassen Telefonate zu führen. Natürlich kann man sich immer in einen Coworking-Space setzen, allerdings muss man dafür dann mindestens 500 Euro pro Monat einkalkulieren. Aus diesem Grund habe ich meine Arbeit in einen Vor- und Nachmittags-Block aufgeteilt. Morgens sitze ich dann einfach alleine in meinem Appartment und Nachmittags bin ich „unter Leuten“, kann meine E-Mails schreiben und mich um andere Themen kümmern, wie zum Beispiel diese Fragen zu beantworten 😉

 

Für Inspiration und gute Laune ist gesorgt! Nach der Arbeit kann man die Stadt, entdecken

 

Glaubst du, dass sich das Konzept für jeden eignet?

Wie schon angedeutet glaube ich, dass man Remote Work weiterhin kritisch betrachten sollte. Ich glaube nicht, dass es sich für jeden eignet. Ich denke, dass bei zu langen Remote-Zeiträumen die persönliche Beziehung zu den Kollegen einfach verloren geht. Aber für eine solche Situation, wie meine aktuelle, ist es einfach ein Segen. Das gilt zum einen für den ersten Monat, in dem ich von hier arbeite. Aber zum anderen kann meine Freundin, die weiterhin in Hamburg wohnt, dank einer Remote Work-Regelung in ihrem Unternehmen, mich regelmäßig für mehrere Tage besuchen und wir sind nicht darauf angewiesen, nur die teuren Wochenendflüge zu buchen.

Zusammenfassend ist meine Meinung zu Remote Work, dass man immer die jeweilige Situation betrachten sollte, um dann zu entscheiden, ob Remote Work für einen selbst oder für das Unternehmen, eine gute Idee ist.

 

 

Welche Tipps würdest du an Unternehmen oder Einzelpersonen weitergeben, die das Experiment auch mal wagen wollen?

Als allererstes würde ich immer sagen: Give it a try! Ich würde mir als Mitarbeiter gut überlegen, ob ich langfristig wirklich außerhalb des Büros arbeiten möchte. Aus meiner Sicht birgt das die Gefahr, den Anschluss zu den Kollegen zu verpassen. Jedem Unternehmen würde ich empfehlen, das Remote Working gerade am Anfang besonders gut zu betreuen und regelmäßig mit dem/den Mitarbeiter(n) eine Feedbackrunde durchzuführen, um frühzeitig zu merken, was gut funktioniert und was noch verbessert werden sollte.

 

Ein Blick in die Zukunft: Was denkst du, wie muss/ sollte sich unsere Arbeitswelt weiterentwickeln?

Ich würde sagen, wir sind schon auf dem richtigen Weg. In Zeiten voranschreitender Globalisierung ist Remote Work eine logische Konsequenz. Ich glaube aber auch, dass es weiterhin viele Büros geben wird – und das ist auch gut so aus meiner Sicht.

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