Liquiditätsplanung – So erstellst du einen sinnvollen Liquiditätsplan

Share on twitter
Share on facebook
Share on linkedin
Share on pocket
Share on email

Obwohl Aufträge reinkommen und das Unternehmen Gewinne erzielt, kann es vorkommen, dass Zahlungen nicht fristgerecht beglichen werden können. Was auf den ersten Blick nicht so dramatisch erscheint, kann zu Folgekosten, wie beispielsweise Mahngebühren führen, zieht Verzugszinsen nach sich und führt – im schlimmsten Fall – zur Insolvenz.

Damit erst gar keine Zahlungsunfähigkeit aufkommt und immer ausreichend Geldmittel zur Verfügung stehen, sollte jedes Unternehmen (egal welcher Größe) eine Liquiditätsplanung erstellen. Ein Liquiditätsplan kann ganz einfach mit Excel erstellt werden, trotzdem wird er von Gründern oft vernachlässigt. Und das, obwohl eine mangelnde Liquidität zu den häufigsten Insolvenzursachen von Unternehmen gehört.

In deinem Beitrag erklären wir, warum eine Liquiditätsplanung so wichtig für ein Unternehmen ist, gehen auf den schematischen Aufbau eines Liquiditätsplans ein und zeigen, wie man ganz einfache eine eigene Liquiditätsplanung aufstellen kann. Die passende Excelvorlage zum kostenlosen Download liefern wir gleich mit!

 

Was ist Liquidität und warum ist eine Liquiditätsplanung so wichtig?

Liquide sein, d.h. genügend Zahlungsmittel zur Verfügung haben, um fällige Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Liquiditätsplan soll diese Liquidität sicherstellen. Denn obwohl ein Unternehmen Gewinne erzielt und die Auftragslage ganz gut aussieht, kann es vorkommen, dass fällige Zahlungen nicht rechtzeitig beglichen werden können. Zu viele unbezahlte Kundenrechnungen könnten beispielsweise die Liquidität gefährden. Damit trifft der Plan eine elementare Aussauge und kann als Controlling-Tool zur Risikoeinschätzung verstanden werden. Denn nur, wenn die Illiquidität rechtzeitig erkannt wird, kann gegensteuert werden.

 

Ist mein Unternehmen mit allen Geldzu- und abflüssen langfristig zahlungsfähig?

 

Im Fokus eines Liquiditätsplans steht nicht die Art der Ein- und Ausgaben oder wie sich diese im Detail aufgliedern, stattdessen steht der genaue Zeitpunkt der fälligen Zahlungen und Zahlungseingänge im Zentrum des Plans. Diese Zeiträume der Einnahmen und Aufgaben sollten bei der Erstellung genausten berücksichtigt werden.

Wie weit und detailliert ein Liquidiätsplan in die Zukunft planen sollte, kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Eine Firma mit hohen Tagessätzen würde z.B. eher eine tägliche oder wöchentliche Planung erstellen. Für Freiberufler und kleine Unternehmen kann eine monatliche Liquiditätsplanung ausreichen. In der Regel sollte der Plan mindestens sechs, bestenfalls 12 Monate in der Zukunft umfassen.

 

Wie ist ein Liquiditätsplan aufgebaut?

Im ersten Schritt der Liquiditätsplanung sollte der Anfangsbestand der liquiden Mittel erfasst werden. Dabei werden alle Bank- und Kassenbestände erfasst.

Darüber hinaus umfasst der Liquiditätsplan alle Zahlungseingänge und Ausgänge, also ähnlich wie bei einem klassischen Gewinn– und Verlustplan (GuV). Im Gegensatz zum GuV werden zusätzlich alle Termine und Laufzeiten einbezogen. Abschreibungen und Rückstellungen werden nicht berücksichtigt, Kredite und Anlagenkäufe werden im Gegensatz zum GuV mit einbezogen.

 

„Die Liquiditätsplanung erfasst alle Zahlungsströme eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.“ Lexikon Gründerszene

 

Da bei einem Liquiditätsplan immer zukünftige Perioden betrachtet werden, ist es nicht immer ganz einfach genaue Voraussagen zu treffen. Zum Teil werden daher Prognosen und Schätzungen, z.B. beim Umsatz oder den Energiekosten, verwendet. Als Grundlage für die Vorhersagen können die vorigen Zahlungsperioden dienen.

Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass nicht alle Kundenrechnungen fristgerecht beglichen werden. Während einige Kunden ihre Rechnung bereits nach 14 Tagen begleichen, kann es bei anderen Kunden 30 Tage oder länger dauern, bis das Geld tatsächlich auf dem Konto ist. Um Unsicherheiten vorzubeugen, sollte man Reservefristen einkalkulieren.

Zahlungen, wie fällige Raten für Kredite oder die Miete kann man wiederum sehr genau im Liquiditätsplan berücksichtigen. Diese Zahlungen sollten auf keinen Fall nach hinten verschoben werden.

 

Der Liquiditätsplan als Alarmsignal

Aus allen Zu- und Abflüssen wird im Liquiditätsplan automatisch der Kontostand der jeweiligen Periode ermittelt. Ist diese kumulative Liquidität am Ende des Monats oder Quartals negativ, sollten alle Alarmglocken läuten! In solchen Krisenzeiten kann es hilfreich sein, wenn eine wochengenaue (teils sogar auf den Tag genaue) Liquiditätsplanung erstellt wird.

 

Typischer Aufbau eines Liquiditätsplans

Anfangsbestand aller liquider Mittel (Kasse & Bank)

+ alle Einzahlungen innerhalb einer Periode (z.B. alle Ausgangsrechnungen)

= verfügbare Mittel

– alle Auszahlungen innerhalb einer Periode (Miete, Energiekosten Kredite, Gehälter usw.)

= Liquidität kumulativ

Liquiditätsplanung ist für jedes Unternehmen wichtig
Mit einem funktionieren Liquiditätsplan kann man bei Engpässen rechtzeitig reagieren.

  

So sicherst du langfristig deine Liquidität

Dank der Liquiditätsplanung sieht man schon frühzeitig, dass es in Zukunft zu Engpässen kommen könnte. In solchen kritischen Situationen sollten rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diverse Optionen kommen in Betracht:

 

  • die Aufnahme eines neuen Kredits
  • die Inanspruchnahme eines Überziehungskredites
  • Verhandlungen mit der Bank, um die Raten für laufende Kredite zu senken
  • Verhandlungen mit Gläubigern, um Zahlungsziele neu zu verhandeln
  • Skontomöglichkeiten prüfen
  • Aufschieben von Investitionen, wenn diese nicht unbedingt notwendig sind
  • Eintreiben von Forderungen (Mahnwesen)
  • Verkauf von Anlagevermögen
  • Detaillierte Überprüfung aller Ausgaben (z.B. Versicherungen, die nicht unbedingt notwendig sind)
  • Unterhaltungskosten reduzieren (Büro und Lagerraum zusammenlegen, Strom und Telefonanbieter vergleichen und evtl. Einsparungen prüfen)
  • Partner bzw. Investoren finden

 

Liquiditätsplanung im HQ und kostenloser Liquiditätsplan zum Download

Für Gründer und Selbstständige kann es anfangs sehr schwierig erscheinen, einen soliden Liquiditätsplan zu erstellen. Dabei ist dies bei der Erstellung eines Businessplans noch mitunter die einfachste Übung. Voraussetzung ist, wie bereits erwähnt, die GuV.

 

Liquiditätsplanung im HQ – So funktioniert es!

Wenn ihr das HQ nutzt, können eure Daten direkt aus dem HQ gezogen und in Excel integriert werden. So lassen sich alle Eingangs- und Ausgangsrechnungen ganz einfach importieren.

Lade dir hier kostenlos deinen Muster-Liquiditätsplan herunter. Ein Goodie für alle HQ-User: Der praktische Import aller Eingangs- und Ausgangsrechnungen!

Aus dem HQ können alle Posten der Liquiditätsplanung (bis auf wiederkehrende Kosten, wie z.B. die Miete und fällige Kredite) exportiert werden. Dazu könnt ihr einfach alle Projektkosten (Eingangs- und Ausgangsrechnungen) im Excel-Format downloaden. In unserer kostenlosen Vorlage für das HQ können diese Posten dann im Liquiditätsplan berücksichtigt werden.

In unserer kostenlosen Excelvorlage haben wir Daten aus dem HQ beispielhaft berücksichtigt. Solltest du Fragen dazu haben, wie du deine HQ-Daten gezielt in den Plan importieren kannst, melde dich gerne bei uns.

Und für alle, die das HQ noch nicht nutzen, haben wir auch eine kostenlose Excel Vorlage angefertigt.

Wie kann ich meine Daten in Excel auswerten?

Ihr findet in eurem HQ unter dem Bereich Belege eine Auflistung aller Rechnungen inklusive der verschiedenen Status. Da sowohl eure ausgehenden sowie eure eingehenden Rechnungen für die Übersicht und die Planung eurer liquiden Mittel wichtig sind, könnt ihr diese Daten ganz einfach mit Hilfe des Export Buttons direkt in euer Excel importieren. Ihr findet diesen Button ganz oben rechts in der Toolleiste, zum Beispiel über euren Rechnungen.

Liquiditätsplanung: immer einen Überblick über seine Ein- und Ausgaben haben
Mit der Liquiditätsplanung habt ihr immer einen Überblick über eure Ein- und Ausgaben

Welche Daten möchte ich aus dem HQ abrufen?

Für einen Überblick über eure finanziellen Mittel benötigt ihr zunächst einen Überblick, welche Daten aus dem HQ interessant sein könnten. Wir haben euch bereits erklärt, welche Daten alles in einen Liquiditätsplan gehören. Ausschlaggebend sind somit eure Eingangs- und Ausgangsrechnungen und zusätzlich alle Termine und Laufzeiten.

Widmen wir uns zu aller erst den Eingangsrechnungen. Hierfür führt ihr einen Excel-Export eurer Belege durch, welche ihr im Tabellenblatt HQ-Eingangsrechnungsimport wiederfindet. Dort sind nun all eure Rechnungen, die ihr erhalten habt. Eure Ausgangsrechnungen wurden ebenfalls aus dem HQ exportiert. Sie befinden sich in dem weiteren Tabellenblatt HQ-Ausgangsrechnungsimport in Excel. Auch hier könnt ihr euch die Daten genau anschauen.

Um einen tatsächlichen Überblick über eure Liquidität zu erhalten, müssen beiden Tabellenblätter in einer gemeinsamen Tabelle aufgelistet werden. Ein Vergleich ist andernfalls nur sehr umständlich möglich. An dieser Stelle arbeitet ihr nur noch in Excel weiter. Am besten orientiert ihr euch hierbei an unserer Vorlage. Tragt die Daten und Werte in die entsprechenden Zeilen ein und beachtet dabei vor allem den Ist-Zustand und die geplanten Zahlen.

 

So ist unsere Vorlage zur Liquiditätsplanung im HQ aufgebaut

In unserer Liquiditätsplanung wird an oberster Stelle der Gesamtbestand angegeben. Dieser setzt sich aus eurem Kontostand auf der Bank und eurem Bargeldbestand zusammen. Anschließend erfolgt eine Auflistung aller Einzahlungen (Brutto). Hier werden auch offene Rechnungen berücksichtigt. In eurem Fall sind dies die Daten aus dem Blatt Ausgangsrechnungen. Hinzu kommen Daten, die ihr aus anderer Quelle bezieht, wie z.B. Darlehensauszahlungen oder Steuererstattungen. Die daraus resultierende Summe der Einzahlungen (Brutto) gibt euch bereits einen ersten Richtwert darüber, mit wie viel Geld ihr in dem jeweiligen Monat geplant habt und wie hoch der tatsächliche Stand ist.

In unserer Vorlage folgen nun alle Auszahlungen (Brutto). Hier werden eure Eingangsrechnungen aus dem HQ aufgelistet, welche sich alle unter Projektaufwendungen wiederfinden lassen. Anschließend folgen Ausgaben, die es ebenfalls nicht in eurem HQ zu importieren gab, wie beispielsweise Löhne und Gehälter, Lohnsteuern, Büromaterial, Reisekosten, Lizenzen usw. Auch hier ist die Differenz zwischen dem Ist-Zustand und der geplanten Summe besonders aussagekräftig.

Aus eurem Anfangsbestand, den Einzahlungen und euren Auszahlungen ergibt sich die Liquidität am Periodenende. Außerdem wisst ihr nun sofort, mit welcher Summe ihr in welchem Bereich gerechnet habt. Ihr könnt schnell erkennen, wo es knapp werden kann, an welcher Stelle falsch kalkuliert wurde oder welche Faktoren ihr noch nicht berücksichtigt habt.

 


Also published on Medium.

Die GlasQgel abonnieren

  • Nur hilfreiche Fachartikel und Interviews
  • Ca. alle 3-4 Wochen ein gut recherchierter Artikel
  • Garantiert keine Werbung
Ich bestätige hiermit, dass ich zukünftig neue Fachartikel der GlasQgel per E-Mail erhalten möchte. Dies kann ich jederzeit per Mail an [email protected] oder per Link am Ende jeder E-Mail widerrufen. Mehr Infos in den Datenschutzbedingungen.
 
Scroll to Top